OUT NOW! Kata Krasznahorkai: Die Spitze der Blitze. Walter De Maria`s Lightning Field @ edition metzel

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http://editionmetzel.de/buecher/spitze-der-blitze-das-lightning-field-zwischen-bild-und-technikgeschichte.html

Eine gigantische Skulptur mit vierhundert Edelstahlstäben in der Wüste von New Mexico – dies sollte die größte und auch teuerste Skulptur der Nachkriegszeit werden. Doch wie ist es dazu gekommen, dass die Rezeption des Lightning Fields (1977) von Walter De Maria seit über vierzig Jahren einem Motiv unterliegt: einem gewaltigem Blitzeinschlag in einer der Stäbe?

Das Buch analysiert zum ersten Mal den ikonischen Status des Werkes anhand von technikgeschichtlichen und bildhistorischen Analysen um zu zeigen, wie die Sogkraft der Form die Rationalität der Technik überschreibt.

Blitzförmige Schlangen, Aby Warburg, Cowboys, Hippies, Raketen, Google Earth, die New Yorker Performance- und Fluxus-Szene ergänzen diesen Perspektivwechsel in der Kunst.

Dem Angriff der Blitze, die durch die Zick-Zack-Darstellung und den Donnerkeil seit der Antike als spitze Waffen vorgestellt wurden, werden ebenfalls spitze Vorrichtungen entgegengesetzt. Die Formanalyse ist der Schlüssel zur historischen Verankerung des Lightning Fields in einer Abbildtradition der Blitze und Blitzableiter, um sehen zu können, wie an einem bestimmten Ort im Südwesten der USA, zu einem bestimmten Zeitpunkt in den 1970er Jahren, diese Form mit all ihren Konnotationen wieder aktiviert wird.

Die Land Art wird selbst aus dem Naturverständnis der Romantik herausgerissen und mit Militärtechnik, der Back to the Land-Bewegung, dem Whole Earth Katalog oder einem der größten Radioteleskopanlagen in Verbindung gebracht. Wie das Field als Kommunikationsmedium in der anbrechenden Informationsgesellschaft Information und Energie zu ihrem Material macht, steht im Mittelpunkt dieser Neuverortung von Land Art.

Einem Wechsel, der mit der Land Art eingetreten ist, als erste Kunstgenre, die die gesamte Erde aus der extraterralen Blickpunkt als ihr Material angesehen hat, und die unser Verständnis von Natur bis heute prägt. Denn auch heute sehr relevante und die Zukunft prägende Fragen, wie

die Verortung des Menschen in einem globalem System aussieht, wie der Kontakt zu den Naturkräften von Technologie geprägt wird, wie die Weite einer Wüste zur Mahnung bezüglich des Klimawandels wird oder die Frage, wie die Kunst in diesem Zeitalter zwischen Technik und Mythos balanciert sind genauso zentrale Themen im Land Art, wie wir mit Energie und Information umgehen, ob wir unseren Augen trauen dürfen, wenn wir Bilder sehen, ob es eine gleichwertige Perzeption jenseits des visuellen und auditiven gibt, die sich in unser Körpergedächtnis einprägt, wie Präsenz umgedeutet wird und ob es eine Verankerung von Landschaften jenseits des Nationalen gibt.

 

Diese Fragen kann die Land Art immer noch auf einzigartiger Weise stellen.

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